Premiere: FIDELIO von Ludwig van Beethoven
Deutsche Oper Berlin - Charlottenburg am 27. Februar 2002
Wer – wie ich – immer schon Zweifel daran hatte, ob es sich bei Beethovens einziger Oper FIDELIO um einen Geniestreich oder eher um einen Fehlversuch handelt, der auch den größten Geistern gelegentlich unterläuft, dem kann geholfen werden: Die Neuinszenierung in der Deutschen Oper räumt mit einer deprimierenden Gründlichkeit mit der Erwartung auf, bei dieser von Beethoven selbst mehrfach überarbeiteten Oper handele es sich um einen großen Wurf. Alle Schwächen des Librettos, die Sentimentalitäten wie das Pathos werden in der belanglosen Inszenierung von Christof Nel erbarmungslos ausgestellt, die Solisten versuchen mit großem Eifer zu retten, was nicht zu retten ist, und das Orchester hält das bescheidene Niveau (man mag nicht glauben, dass es sich um dieselben Musiker handelt, die man kürzlich erst mit ihrem Chef Christian Thielemann bei einem grandiosen Bruckner-Abend gehört hat). Und wenn das alles nicht in Berlin stattfände, müßte man es für das traurige Musterbeispiel einer Provinzaufführung halten. Beethoven wird‘s überleben. Sogar sein FIDELIO.

Wallraf-Richartz-Museum
Köln
Das neue Wallraf-Richartz-Museum gehört zu den Kultureinrichtungen, bei denen man sich nicht sicher ist, ob das Gebäude oder die Sammlung mehr beeindruckt. Der Neubau des international renommierten Kölner Architekten Oswald Mathias Ungers, in dessen direkten örtlichen Umfeld sich im Mittelalter die bedeutenden Werkstätten der Kölner Goldschmiede und Maler befanden, ist ein nahezu perfektes Gehäuse für die eindrucksvolle Sammlung herausragender Altarbilder und Gemälde aus verschiedenen Jahrhunderten. Auf drei großzügig gestalteten Geschossen mit einer variablen Raumgeometrie und auf die Exponate jeweils abgestimmter unterschiedli-cher Farbgebung kommen die mittelalterlichen Altäre sowie die Gemälde und Skulpturen vom Barock bis zum 19. und frühen 20. Jahrhundert glänzend zur Geltung. Dabei gibt es bei der Anordnung der Exponate eine kluge Verbindung von Chronologie und lokalen Bezügen, die durch großzügige Glasfronten in die Ausstellungsräume hineingeholt werden. Auch das verglaste Treppenhaus greift den alten historischen Gassenverlauf auf und bindet das Museum an die einstige Wohnadresse des berühmtesten Kölner Malers Stefan Lochner, der im neuen Wallraf-Richartz-Museum durch die Architektur wie durch seine Werke eine doppelte Würdigung erfährt.


Georgien - Schätze aus dem Land des Goldenen Vlies
Bochum, Deutsches Bergbau-Museum
Georgien - Schätze aus dem Land des Goldenen Vlies Deutsches Bergbau-Museum, Oktober 2001 bis Mai 2002

Selten ist aus der wissenschaftlichen Zusammenarbeit deutscher und georgischer Metallurgen ein so glanzvolles, die breite Öffentlichkeit faszinierendes Ergebnis ent-standen wie in dieser Sonderausstellung des Deutschen Bergbau-Museums. Die Identifizierung und Restaurierung von Ausgrabungsfunden, deren Alter bis ins vierte Jahrtausend vor Christus zurück reicht und die bislang auch die internationale Fach-welt noch nie zu sehen bekam, ermöglicht einen eindrucksvollen Überblick über den georgischen Erzbergbau der Antike auf der Grundlage von Kupfer, Bronze, Eisen und Gold. Die Ausstellung verfolgt den Weg des Rohstoffes über die Verarbeitung zu Schmuck und Alltagsgegenständen, verdeutlicht die Handelswege aus Innerasien zum Mittelmeer und zeigt so, warum das sagenumwobende antike Kolchis, das heu-tige Georgien die Begehrlichkeit seiner Nachbarn weckte: Nach der griechischen Mythologie segelte Iason mit seinen Argonauten von Griechenland bis an die Ost-küste des Schwarzen Meeres, um mit Hilfe von Medea das Goldene Vlies, das Sym-bol für unermeßlichen Reichtum, zu erobern.

Um das in Deutschland heute weithin unbekannte Land Georgien der Öffentlichkeit näher zu bringen, werden über die grandiosen Ausstellungsstücke hinaus mit teil-weise multimedialen Mitteln Land und Leute, Geschichte, Geographie, Wirtschaft und Kultur vorgestellt.

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